DIE ZIELGERADEN EINES ALBTRAUMS: Steht im rätselhaften Mordfall um den kleinen Fabian etwa ein fataler Justizirrtum bevor?
Es ist eine dieser Kriminalgeschichten, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen. Der ungelöste, grauenhafte Tod des erst achtjährigen Fabian aus Güstrow hält das Land seit Monaten in Atem. Nun befinden wir uns auf der absoluten Zielgeraden. Lediglich fünf magere Prozesstage sind im offiziellen Kalender noch verzeichnet – darunter der heutige Tag, der 5. Oktober sowie der 8. Oktober, gefolgt von Terminen am 29. und 30. Oktober, bevor schließlich am 10. November das endgültige, unumstößliche Urteil gesprochen werden soll.
Doch hinter den Kulissen brodelt es gewaltig. Die Verhandlungstage sind im Eiltempo zusammengeschrumpft, die letzten Auftritte dauerten teils keine ganze Stunde mehr. Der zuständige Richter scheint den Prozess mit eiserner Disziplin und bemerkenswerter Eile zu einem schnellen Ende zu führen. Kritiker fragen sich fassungslos: Ist hier etwa der Wunsch nach einem schnellen Aktenzeichen größer als der unbedingte Wille nach absoluter Gerechtigkeit? Steuern wir sehenden Auges auf einen historischen Fehltritt zu?
Ein explosives Interview enthüllt: Die mysteriösen Tage vor der Festnahme

Erst kürzlich brachte ein brisantes Magazin-Interview mit dem Pflichtverteidiger der Hauptverdächtigen Gina H. Licht in jene dunklen Stunden, die dem Zugriff der Polizei vorausgingen. Was dort zutage trat, lässt selbst erfahrene Kriminalisten fassungslos den Kopf schütteln.
Bereits Ende Oktober 2025 suchte die Beschuldigte den Anwalt auf – allerdings keineswegs, weil sie sich rechtlich gegen einen Vorwurf verteidigen wollte. Vielmehr fühlte sie sich von der Presse verfolgt, gab beiläufig an, sie kenne den getöteten Jungen, und erkundigte sich kühl, wie lange denn die kriminaltechnische Untersuchung ihres Autos wohl noch dauern würde. Auf die Frage, warum ihr Wagen überhaupt bei der Polizei stand, wenn sie doch diejenige war, die die schreckliche Entdeckung an dem einsamen Waldteich gemacht hatte, zuckte sie offenbar nur mit den Schultern: „Nein, warum denn?“
Keine Tränen, keine Panik, keine Anzeichen von echtem Schock – stattdessen eine unheimliche Kühle. Am 6. November schlug die Polizei dann mit einem Großaufgebot von rund 15 bis 20 Beamten zu. Das Haus wurde durchsucht, die Ortschaft abgeriegelt. Noch am selben Nachmittag klickten die Handschellen. Die Vorwürfe wiegen schwer: Mord aus niederen Beweggründen, um durch das Martyrium des Kindes alte Bindungen wiederzubeleben. Doch ist das wirklich die unumstößliche Wahrheit oder ein fein gestricktes Gebäude aus reinen Indizien?
Die Einbahnstraße der Ermittler: Wurden entlastende Spuren einfach ignoriert?
Wer sich intensiv mit den Details dieses Prozesses beschäftigt, stößt unweigerlich auf gewaltige Lücken in der Beweisführung. Bis zum heutigen Tag gibt es keinen stichhaltigen Beweis für die Tatwaffe. Mehrfache Durchsuchungen, das Leerpumpen des Teiches und der Einsatz von Metalldetektoren brachten kein klares Resultat. Auch die Frage, wie die Beschuldigte den Jungen überhaupt aus der Wohnung gelockt haben soll, bleibt im Nebel der Spekulationen verborgen.
Besonders brisant: Erst im Zuge der späten Verhandlungstage tauchten zwei jugendliche Zeugen auf, die den kleinen Fabian am Nachmittag des Tates noch in der Nähe der Schule gesehen haben wollen – Aussagen, die so gar nicht in den starren Zeitplan der Staatsanwaltschaft passen wollen. Warum wurden diese Spuren nicht von Anfang an mit der gleichen Härte verfolgt wie die Thesen gegen die Hauptverdächtige?
Hier drängt sich ein ungeheuerlicher Verdacht auf: Haben sich die Ermittler zu früh auf eine einzige Person eingeschossen und schlichtweg alles ignoriert, was nicht in dieses vorgefertigte Raster passte? Ein erfahrener Ermittler sollte stets zu gleichen Teilen nach Schuld und Unschuld suchen. Doch hier scheint das Motto gegolten zu haben: Was nicht passt, wird passend gemacht.
Der fatalste Fehler des Prozesses: Die selbstverfasste Erklärung der Angeklagten

Ein Wendepunkt, der die Verteidigung vor schwere Prüfungen stellte, war die Entscheidung der Angeklagten, vor Gericht eine persönliche Erklärung abzugeben. Entgegen dem ausdrücklichen Rat ihres eigenen Anwalts trat sie vor den Richter – und verstrickte sich in Widersprüche.
Plötzlich tauchten Unstimmigkeiten bezüglich des Datums einer Geldabhebung für die Großeltern auf. Angeblich wurde die Bankkarte vergessen, Geld floss laut Kontoauszügen bis Mitte Oktober überhaupt keines. Ein juristischer Sprengsatz, den die Staatsanwaltschaft geschickt nutzte, um das Bild einer unglaubwürdigen, eiskalten Täterin zu zeichnen. Zwar lobten Beobachter ihre eiserne Härte vor Gericht, doch die Fülle an offenen Fragen und logischen Brüchen hat das Risiko einer Verurteilung ins Unermessliche gesteigert.
Ein fatales Alibi und die schockierenden Lücken bei der Überprüfung
Während die Beweise gegen die Angeklagte fast ausschließlich aus Indizien, unglücklichen Aussagen und veränderten Beziehungsdynamiken bestehen, wirft der Blick auf andere beteiligte Personen drastische Fragen auf. So wurde das Alibi des Vaters des getöteten Jungen im Zuge der Ermittlungen nur oberflächlich überprüft. Ein kurzes Treffen mit einem Förster hier, ein paar Besuche in einer Autowerkstatt dort – und die Akte schien für die Polizei geschlossen.
Gibt es hier etwa blinde Flecken? Was, wenn die Beweislast am Ende zwar für eine Verurteilung ausreicht, aber der wahre Mörder nach dem Richterspruch ungeschoren davonkommt? Genau das ist der Albtraum, der nicht nur kritische Beobachter, sondern auch die Verteidigung umtreibt: Eine Fehlentscheidung, die den wahren Täter für immer im Dunkeln lässt, während eine möglicherweise unschuldige Frau – oder zumindest eine Person, deren Schuld niemals zweifelsfrei bewiesen wurde – für den Rest ihres Lebens hinter Gittern verschwindet.
Die Stunde der Wahrheit: Was geschieht, wenn das Urteil fällt?
Die Luft im Gerichtssaal ist zum Greifen nah. Die Argumente sind ausgetauscht, die Plädoyers stehen bevor, und das Urteil rückt mit unerbittlicher Härte näher. Selbst der Verteidiger räumt offen ein, dass man sich auf eine Verurteilung einstellen muss. Die Indizienkette, so eng sie auch geschnürt sein mag, lässt kaum noch Raum für Illusionen.
Doch eines steht fest: Sollte dieser Prozess mit einer lebenslangen Haftstrafe enden, ohne dass die entscheidenden Fragen – nach der Tatwaffe, dem genauen Tathergang und den ignorierten Zeugen – jemals lückenlos geklärt wurden, wird dieser Fall die Justiz noch über Jahre hinweg beschäftigen.
Wenn der Vorhang am 10. November fällt, wird sich zeigen, ob hier echtes Recht gesprochen oder lediglich ein schneller Schlussstrich unter ein schreckliches Verbrechen gezogen wurde. Die Antwort darauf wird die Öffentlichkeit noch lange nachhallen lassen.