VERGESSEN, VERSTUMMT, ZERBROCHEN! Das grausame Nachwende-Sterben der zehn größten DDR-Legenden: Sucht-Hölle im Plattenbau, Herzinfarkt mitten auf der Bühne und die bittere Tränen-Abrechnung mit dem System!
Wer den Mythos DDR-Fernsehen nur aus den nostalgischen Schnipseln der Rückblicke kennt, ahnt nicht, unter welch unmenschlichen Bedingungen diese Künstler funktionierten. Es gab keine Millionengagen auf Schweizer Nummernkonten, keine pompösen Villen im Steuerparadies. Es gab nur die Pflicht, ein linientreues Denkmal ohne Fehl und Tadel zu sein. Wer Schwäche zeigte, flog aus dem System. Und so ertränkten sie ihre Qualen nachts heimlich in den verrauchten Theaterkantinen, betäubten ihre zerrissenen Seelen mit Schnaps und Zigaretten und traten am nächsten Morgen wieder vor die Kameras – bis der geschundene Körper vor den Augen der Nation den Dienst quittierte!
Das zerbrochene Staats-Denkmal: Günther Simons einsamer Erstickungstod
Den Anfang dieser Chronik des Grauens macht jener Mann, den die SED-Parteibonzen einst zum ewigen Halbgott stilisierten: Günther Simon! Als er in den monumentalen Propagandawerken der 1950er-Jahre den kommunistischen Märtyrer Ernst Thälmann verkörperte, katapultierte ihn das Regime über Nacht auf das höchste Podest der Nation. Nationalpreis, Staatsbegräbnis-Vorverträge, Jubelarien – Simon war die personifizierte DDR!

Doch dieses goldene Denkmal wurde zu seinem eisernen Sarg. Simon war im Innersten ein feinsinniger, hochsensibler Charakterkünstler, der an der Rolle des makellosen Übermenschen fast erstickte. Er durfte keine Risse zeigen, keine Zweifel äußern, nicht straucheln. Die Erwartungshaltung zermalmte ihn von innen heraus. Verzweifelt suchte er nach Fluchtwegen aus der seelischen Isolation – und fand sie an den dunkelsten Orten. Am 25. Juni 1972 schlug das Schicksal mit unbarmherziger Härte zu: Nach kurzer, unendlich schwerer Krankheit versagte sein geschundener Körper vollends. Günther Simon starb im blühenden Alter von gerade einmal 47 Jahren! Ein Jahrhunderttalent, geopfert auf dem Altar der staatlichen Helden-Manie.
Der Herz-Kollaps des Gutmütigen: Dieter Frankes tödlicher Raubbau
Fast noch dramatischer traf es jenen Star, den man einfach lieben musste: Dieter Franke! Mit sächsischer Gemütlichkeit, schier unendlicher Herzenswärme und sonnigem Gemüt spielte er sich als gutmütiger Steward in der Kultserie „Zur See“ in die Herzen einer ganzen Republik. Er war der Kumpeltyp, der Entertainer, die Seele jeder feuchtfröhlichen Runde, der Mann, der stets als Letzter das Lokal verließ.
Doch diese ewige Fröhlichkeit war eine zermürbende Scharade! Franke lebte auf der absoluten Überholspur und kannte kein Maß. Der Beruf verlangte von ihm, selbst an Tagen tiefer seelischer Finsternis die Lachmuskeln der Massen zu bedienen. Er überhörte die flehenden Warnsignale der Ärzte, spülte die Erschöpfung hinunter und feierte gegen die innere Leere an. Am 23. Oktober 1982 forderte der Körper seine blutige Quittung ein: Mitten aus neuen Plänen gerissen, versagte sein Herz von einer Sekunde auf die andere! Dieter Franke brach tot zusammen – mit gerade einmal 48 Jahren! Die Nation verfiel in Schockstarre über das jähe Ende ihres größten Muntermachers.
Der letzte Vorhang im Rampenlicht: Rolf Herrichts Herzinfarkt auf offener Bühne!
Was sich am 23. August 1981 in Berlin abspielte, klingt wie die grausame Klimax eines Schauerdramas. Rolf Herricht – zusammen mit Partner Hans-Joachim Preil das genialste und erfolgreichste Komiker-Duo, das die deutsche Geschichte je gesehen hat – war das Lachen eines ganzen Volkes. Sein unschuldiges Staunen, seine gespielte Begriffsstutzigkeit machten ihn zum unangefochtenen König des Humors.
Doch der Mann, der Millionen die Sorgen nahm, kannte selbst keine einzige Sekunde des Friedens! Herricht war ein Getriebener, ein Sklave seines eigenen Perfektionismus. Proben, Filmsets, Tourneen, Fernsehaufzeichnungen – er fürchtete den Stillstand mehr als den Tod. Und der Tod holte ihn sich an dem Ort, den er mehr liebte als sein eigenes Leben: Mitten in einer schweißtreibenden Aufführung des Broadway-Musicals „Kiss Me, Kate“ im Berliner Metropol-Theater sackte Herricht vor den Augen des entsetzten Publikums plötzlich zusammen! Ein vernichtender Herzinfarkt riss ihn im Alter von 53 Jahren direkt aus dem Rampenlicht in die Ewigkeit. Ein Abgang von biblischer Tragik!
Verbannt, verfemt, verstummt: Klaus Renfts Kampf gegen die Stasi-Peitsche
Die absolute Brutalität des DDR-Apparates musste Klaus Renft am eigenen Leib erfahren. Als Urvater des Ostrocks sang er mit der legendären „Klaus Renft Combo“ das, was Millionen dachten: Sehnsucht nach Freiheit, Auflehnung gegen Zensur und ehrliche, raue Töne. Doch die Antwort der Diktatur war gnadenlos: 1975 wurde die Band über Nacht verboten, aus den Registern gelöscht, die Musiker zur Unperson erklärt!
Renft verlor seine Heimat, seine Existenz und wurde in den Westen vertrieben. Ein Schock, von dem sich sein rebellisches Musikerherz nie wieder erholte. Im Westen entwurzelt und fremd, im Osten eine verbotene Legende. Er lebte den Rock’n’Roll im Exil mit vollem Körpereinsatz: Nächte ohne Schlaf, Alkohol, das Leben am seidenen Faden. Zwar kehrte er nach dem Mauerfall als gefeierte Ikone zurück, doch der Raubbau hatte seine Spuren hinterlassen. Am 9. Oktober 2006 erlag der Rock-Rebell einem qualvollen Krebsleiden im Alter von 64 Jahren.
Die Säure der Wendezeit: Wenn die Seele an der Freiheit zerbricht
Mit dem Fall der Mauer im November 1989 begann für viele dieser Helden das finsterste Kapitel ihres Lebens. Während das Volk den Zusammenbruch der DDR bejubelte, brach für die Künstler die vertraute Welt über Nacht unwiderruflich weg! Die Verträge wurden zerrissen, das traditionsreiche Fernsehen der DDR abgewickelt, die Theater von westlichen Intendanten übernommen. Wer nicht ins neue, knallharte Schema der Privatsender passte, wurde wie alter Müll auf die Straße gesetzt!
Besonders bitter traf dieser Schock Charakter-Gigant Ulrich Thein! Ein Ausnahmekünstler von unfassbarer seelischer Tiefe, der seine Rollen nicht spielte, sondern körperlich durchlitt. Nach dem Mauerfall fand der geniale Regisseur und Autor in der neuen, kommerzialisierten Medienwelt keinen Platz mehr. Die Verzweiflung über den Verlust seines Lebenswerks zerrte an ihm, ehe er am 21. Juni 1995 im Alter von 65 Jahren nach schwerer Krankheit verstarb.
Die Kommissare im Abgrund: Peter Borgelds Raubbau und Jürgen Frohiebs Sucht-Tod
Selbst die unerschütterlichen Gesichter des Gesetzes, die das Volk über Jahrzehnte im sonntäglichen „Polizeiruf 110“ begleiteten, wurden vom Schicksal erbarmungslos zermahlen. Peter Borgeld, der über zwanzig Jahre lang als stoischer Hauptmann Fuchs Ruhe und Sicherheit ausstrahlte, zahlte für seinen ungesunden Lebensstil einen mörderischen Preis: Kette rauchen, deftiges Essen, Raubbau am Set. Vor den Augen des Publikums alterte der Ermittler im Eiltempo, ehe ihn am 18. März 1994 mit 66 Jahren schwere Krankheiten niederstreckten.
Doch die schwärzeste Tragödie trug sich im Hause von Hauptmann-Kollege Jürgen Frohieb zu! Als smarter Oberleutnant Hübner und Ehemann der bildschönen Schauspielerin Kati Székely galt er als Teil des absoluten Glamour-Paares der DDR. Doch nach der Wende klingelte sein Telefon nie wieder. Man brauchte den Ost-Kommissar nicht mehr! Der Verlust der Arbeit entzog ihm jeglichen Lebensmut. Frohieb stürzte in eine bodenlose Alkoholsucht, versuchte den Schmerz über die Perspektivlosigkeit im Rausch zu ertränken. Seine Ehe zerbrach in Trümmer, er vegetierte in Einsamkeit vor sich hin. Im Juli 1993 starb Jürgen Frohieb mit gerade einmal 65 Jahren – Freunde wussten: Er starb nicht an einer Krankheit, er starb an einer gebrochenen Seele!
Das verstummte Lachen: Die letzten Tage von Erik S. Klein, Norbert Christian und Fred Delmare
Auch die Meister der zweiten Reihe und die Helden der Herzen blieben von der Gnadenlosigkeit des Alters nicht verschont. Erik S. Klein, der als warmherziger Vater in der Kultserie „Aber Vati!“ zur Identifikationsfigur einer ganzen Nation wurde, zog sich nach der Wende gebrochen nach Eichwalde zurück. Ein schwerer Sturz ruinierte seine Gesundheit, bis er am 22. Oktober 2002 mit 76 Jahren still und einsam verschied.
Norbert Christian, das genial-düstere Gesicht aus „Nackt unter Wölfen“, verbrannte seine Lebenskerze an beiden Enden und erlag bereits am 18. Dezember 1976 mit nur 51 Jahren einer heimtückischen Krankheit, nachdem er jahrelang im Theaterdunst seine Gesundheit ruiniert hatte.

Und die traurigste aller Tränen gehört dem kleinsten Mann mit dem größten Herzen: Fred Delmare! Mit nur 1,60 Metern Körpergröße überragte er als KZ-Häftling Pippig in „Nackt unter Wölfen“ alle Schauspiel-Giganten der Welt. Über sechs Jahrzehnte lang brachte er die Menschen zum Lachen und Weinen. Doch am Ende seines reichen Lebens legte sich eine gnadenlose Demenz wie ein bleierner Schleier über seinen Verstand. Der einstige Liebling von Millionen wusste in seinen letzten Tagen im Pflegeheim nicht einmal mehr, wer er selbst war! Am 1. Mai 2009 erlöste ihn eine Lungenentzündung im Alter von 87 Jahren.
Das bittere Fazit: Ein Volk verneigt sich vor seinen verlorenen Göttern
Diese zehn Schicksale sind keine verstaubten Anekdoten – sie sind ein markerschütterndes Mahnmal über den mörderischen Preis des Ruhmes und die gnadenlose Kälte der Geschichte! Diese Männer schenkten einem ganzen Volk Trost, Wärme und Lebensfreude, während sie selbst im Scheinwerferlicht innerlich verbluteten.
Die DDR ist längst Geschichte, ihre Paläste sind abgerissen und die Machtstrukturen verweht. Doch die Namen Günther Simon, Dieter Franke, Rolf Herricht, Klaus Renft, Ulrich Thein, Peter Borgeld, Jürgen Frohieb, Erik S. Klein, Norbert Christian und Fred Delmare sind mit Tränen und Blut in das Herz der Menschen eingebrannt. Sie haben den höchsten Preis bezahlt – und die Welt darf ihr stilles, qualvolles Opfer niemals vergessen!