SCHOCKIERENDES VERMÄCHTNIS: Der rätselhafte Doppelmord an Karin und Baby Clara – Lebt die kleine Tochter heute etwa noch?
Der Sommer der Träume und der plötzliche Albtraum von Hannover
Es ist der Sommer des Jahres 2006. Ganz Deutschland blickt wie im Rausch auf die Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land. Public-Viewing-Feten, rot-goldene Flaggen und ausgelassene Partystimmung beherrschen die Straßen von Hamburg bis München. Doch mitten in diesem sommerlichen Freudenfest zieht über Hannover eine bleierne, unheimliche Stille auf. Eine junge Mutter und ihre kleine, gerade einmal sieben Monate alte Tochter verschwinden im Juni 2006 so spurlos vom Erdboden, dass dieser Kriminalfall bis zum heutigen Tag die Republik in Atem hält.
Karin Gaucke, 37 Jahre alt und alleinerziehende Mutter der kleinen Clara, steht eigentlich Mitten im Leben. Nach ihrer Elternzeit hat sie gerade erst frisch bei einem großen, renommierten Reisekonzern in Hannover durchgestartet. Doch der sommerliche Sonnenschein trügt. Hinter den Kulissen schwelt ein handfester Streit. Es geht um Unterhalt, um Vaterschaft, um eiskalte Egoismen und einen Mann, der sein Doppelleben perfekt zu inszenieren wusste.
Ein Netz aus Lügen, Affären und ungeklärten Unterhaltsforderungen

Der Vater der kleinen Clara heißt Michael P., ein hochrangiger Abteilungsleiter im Controlling genau desselben Unternehmens, in dem auch Karin gearbeitet hat. Im Dezember 2004 lernen sich die beiden während eines Urlaubs in Ägypten kennen, eine Affäre entbrennt. Doch als Karin im Februar 2005 schwanger wird, bricht die fragile Beziehung schnell in sich zusammen. Die Charaktere sind zu verschieden.
Was Karin zu diesem Zeitpunkt allerdings nur erahnen kann: Michael führt ein absolut skrupelloses Intrigenspiel. Parallel zu ihr liebt und zeugt er mit einer weiteren Arbeitskollegin ein Kind – gerade einmal zwei Monate nach der Geburt von Clara erblickt im Januar 2006 auch der Sohn dieser neuen Partnerin das Licht der Welt. Als ob das nicht genug wäre, hält er sich im Hintergrund noch eine dritte Affäre warm.
Karin fordert von dem gut verdienenden Abteilungsleiter endlich reinen Tisch und eine gerechte Erhöhung der Unterhaltszahlung für ihre gemeinsame Tochter. Sie glaubt seinen Angaben nicht mehr und droht unmissverständlich mit handfesten juristischen Schritten. Genau wegen dieses ultimativen Konflikts verabreden sich die beiden für den Abend des 15. Juni 2006 in Karins Wohnung am Völkersweg in der Oststadt von Hannover. Es sollte das absolut letzte Lebenszeichen der jungen Mutter sein.
Der 15. Juni 2006: Wenn ein Abend den Atem stocken lässt
Um 19:30 Uhr telefoniert Karin noch völlig normal mit einer Freundin. Sie erzählt von dem bevorstehenden Treffen mit Michael, der gegen 20 Uhr eintreffen will. Zuerst will sie der kleinen Clara noch etwas zu essen geben und sie seelig ins Bett bringen. Danach bricht jeglicher Kontakt ab.
Anrufbeantworter bleiben stumm. Die besorgten Großeltern in Freiburg, die sonst jeden Abend von ihrer Tochter hören, erreichen niemanden. Eine Nachbarin wundert sich, dass das sonst so verlässliche Schreien des Babys gegen 19:45 Uhr völlig ausbleibt.
Als die Polizei am 18. Juni schließlich eingeschaltet wird, reagieren die Beamten zunächst mit der typischen, fast schon fahrlässigen Gleichgültigkeit jener Jahre: „Eine junge Frau wird schon ein paar Tage unterwegs sein, machen Sie sich mal keine Sorgen.“ Doch Familie und Freunde lassen sich nicht abspeisen. Sie kleben verzweifelt Flugblätter im ganzen Stadtgebiet auf. Und sie sollten verdammt noch mal recht behalten.
Die schockierende Entdeckung: Ein literweiser Blutsee unterm Küchenboden

Erst eine akribische Durchsuchung am 25. Juni 2006 bringt das monströse Ausmaß des Verbrechens ans Licht. Die Kriminaltechniker bauen in der Wohnung tatsächlich die gesamte Küche auseinander. Und was sie dort vorfinden, lässt selbst hartgesottene Ermittler erschaudern:
Unter den Großgeräten, verborgen zwischen Waschmaschine und Herd, erstreckt sich eine riesige Blutlache und eine massive Wischkante. Forensische Gutachten ergeben später eine grauenhafte Gewissheit: Karin Gaucke muss in ihrer eigenen Wohnung mindestens zwei Liter Blut verloren haben. Kein erwachsener Mensch kann diesen massiven Verlust überleben. Hier hat ein kaltblütiges, blutiges Massaker stattgefunden!
Die Indizien gegen Michael P. verdichten sich rasch zu einem erdrückenden Gewitter:
Auf einem seiner Schuhe findet die Spurensicherung exakt einen Blutspritzer von Karin. Seine abenteuerliche Erklärung: Sie habe eben Nasenbluten gehabt.
Er hat am Tattag in Braunschweig – weit weg von Hannover – heimlich einen Toyota gemietet, sich weigert, das obligatorische Übernahmefoto machen zu lassen.
Sein Browserverlauf verrät, dass er kurz vor der Tat nach dem genauen Unterschied zwischen Mord und Totschlag gegoogelt und ein Bolzenschussgerät gesucht hatte.
Am 26. Juni 2006 klingen die Handschellen. Michael P. wird festgenommen. Doch er schweigt eisern. Von Anfang bis Ende.
Ein Urteil für die Geschichtsbücher – Doch wo sind die Leichen?
Im Januar 2007 beginnt der Mammutprozess vor dem Landgericht Hannover. Es wird eine juristische Schlammschlacht voller Rätsel. Die Anklage ist sich sicher: Michael hat Karin in der Küche heimtückisch umgebracht, ist danach zum Public Viewing der Fußball-WM in einen Biergarten geeilt, um ein perfektes Alibi zu erzeugen, und hat in der Nacht die leblosen Körper von Mutter und Kind in dem gemieteten Mietwagen weggeschafft. Ein Mithäftling will später sogar das grausame Geständnis aus ihm herausgepresst haben – er habe Karin erst erstochen und danach das Baby Clara mit einem Kissen erstickt.
Das Gericht verurteilt Michael P. wegen Doppelmordes zu lebenslanger Haft. Doch das Unfassbare bleibt: Es gibt bis heute keine Leichen!
Trotz der größten Suchaktion in der Geschichte Niedersachsens – mit Hundertschaften, Spürhunden, Booten, Sonargeräten und Hubschraubern im Umland von Hannover, in Kanälen und dichten Wäldern – bleiben Karin und die kleine Clara spurlos verschwunden. Der Täter schweigt wie ein Grab. Und im Februar 2012 nimmt er dieses dunkle Geheimnis für immer mit: Michael P. stirbt im Alter von nur 43 Jahren im Gefängnis an den Folgen einer Krebserkrankung. Der Mörder ist tot, das Rätsel ungelöst.
Die ungeheuerliche Theorie: Lebt die kleine Clara heute vielleicht noch?!
Doch genau hier nimmt der Fall eine absolut atemberaubende, fast unglaubliche Wendung, die bis heute Experten und Kriminalisten den Schlaf raubt.
Jahre nach dem Prozess äußert der bekannte Nebenklage-Anwalt Matthias Waldraff in Interviews einen Verdacht, der die ganze bisherige Hypothese ins Wanken bringt. Hat Michael P. das kleine Baby Clara etwa gar nicht ermordet?
Die Fakten sprechen eine brisante Sprache: Am Tatort in der Wohnung am Völkersweg wurden absolut keinerlei Blutspuren oder Hinweise gefunden, die auf den gewaltsamen Tod des gerade mal sieben Monate alten Babys hindeuteten. Auch wichtige Utensilien wie der Maxi-Cosi, die Wickeltasche und der exakte Ernährungsplan des Kindes waren spurlos aus der Wohnung verschwunden – ganz so, als hätte sie jemand bewusst mitgenommen.
Rechtsanwalt Waldraff erklärte dazu offen und unmissverständlich:
„Die Beweislage ließ die Möglichkeit zu, dass dieses Kind zu dem Zeitpunkt bei Menschen war, die dem Kind emotional sehr nahe standen… Ich gehe inzwischen davon aus, dass Clara noch am Leben ist.“
Hat der eiskalte Täter seine kleine Tochter vor der Bluttat an Karin an einen sicheren Ort bei vertrauten Personen außerhalb Deutschlands oder in einem ganz anderen Umfeld untergebracht? Bis zu seinem Tod gab es Hinweise darauf, dass Michael P. in vertraulichen Momenten durchblicken ließ, das Baby nicht getötet zu haben.
Heute, im Jahr 2026, wäre die kleine Clara längst eine junge Frau von rund 20 Jahren. Ein schockierender, zutiefst bewegender Gedanke: Während ihre Mutter Karin auf bestialische Weise aus dem Leben gerissen wurde, könnte irgendwo da draußen ein Mädchen heranwachsen, das gar nicht weiß, welches unfassbare Drama sich in jener Junitunacht vor zwei Jahrzehnten wirklich abgespielt hat. Der Fall bleibt das ultimative, traurigste Puzzle der deutschen Kriminalgeschichte – ein juristisch gelöster Mord, hinter dem die dunkelsten Geheimnisse weiter im Verborgenen schlummern.